Solidarität mit den jüdischen Gemeinde

Der Antisemitismus hat mal wieder seine hässliche, gewalttätige Fratze gezeigt. Vor 2 Wochen begann eine Woche der Gewalt gegen jüdische Einrichtungen, vor allem in Europa und Nordamerika. In Liège kam es am Morgen des 9. März zu einem Anschlag auf die einzige Synagoge der Stadt. Ein Sprengsatz explodierte direkt vor der Tür und richtete glücklicherweise nur Sachschaden an. Der psychologische Aspekt, der ein solcher Terroranschlag mit sich bringt, ist das eigentliche Hauptziel von solchen Taten. Jüdinnen und Juden soll klar gemacht werden, sie können jederzeit Opfer einer Gewalttat werden. Doch was man an dem Tag noch nicht wusste, dies war erst der Beginn einer weltweiten Anschlagsserie. Bekannt hat sich zu mindestens 3 dieser Anschläge (Liège, Rotterdam, Amsterdam) eine Gruppierung mit dem Namen: „Harakat Ashab al-Yamin al‑Islamiya“. Sie selbst scheinen Teil des internationalen Iran und Hisbollah Netzwerks zu sein. Ihre Bekennervideos wurden jedenfalls über deren Telegramm Kanäle verbreitet. Die Gruppierung selbst ist neu und hat keine eigenen Propaganda-Kanäle. Ob es sich aber wirklich um eine klar organisierte Gruppe handelt, nur um einen losen Zusammenschluss von Einzelpersonen oder eine Schattengruppe ist nicht bekannt. Was aber klar ist: Der wachsende Antisemitismus der letzten Jahre, vor allem nach dem 07. Oktober 2023, bietet eine gute Grundlage, um allerlei aufgehetzte Jugendliche und junge Erwachsene als willige Vollstrecker von islamistisch geprägter Gewalt in den europäischen Gesellschaften vorzufinden. So hatte in Schweden z.B. der Mossad vor Gefahren durch eigentlich kriminelle Jugendgangs gewarnt. Sie sollten Anschläge im Auftrag des Iran durchführen, dieser hätte im Gegenzug konkurrierende Bandenführer ausschalten wollen. Kurz nach dem Anschlag gegen die jüdische Schule in Amsterdam am 14.03.2026 wurden mehrere junge Erwachsene festgenommen, die sich dem iranischen Proxy zugehörig fühlten. Die Interessen des Iran an einer Eskalation der asymmetrischen Kriegsführung, welche das Regime seit vielen Jahrzehnten betreibt, trifft auf das oben genannte ressentimentgeladene antisemitische/antizionistische Klima der europäischen Gesellschaften. Am 10. März gab das Institut Jonathas einen Bericht über Antisemitismus in Belgien heraus. Im Schnitt gaben 21% der Befragten an, dass „die Juden“ eine „unassimilable race“ seien. Bei der „far Left“, gemeint sind wohl hauptsächlich Vertreter der Partei der Arbeit (PTB), sei die Zustimmung dazu mit 33% nochmal signifikant höher. Auch im islamisch/islamistischen Milieu sind die Zustimmungen zu verschiedenen Abfragen deutlich höher als im Schnitt,sign darüber hinaus stimmen jüngere Befragte antisemitischen Chiffren häufiger zu als ältere.
Doch nochmal zurück zum Anschlag in Liège, der Stimmung in der Stadt und deren Umgebung. Liège hatte im April 2023 offiziell für den BDS-Antrag zur Beendigung aller Beziehungen zu Israel gestimmt. Die PTB, aktuell drittstärkste Kraft im Stadtparlament, hatte den Antrag eingebracht, obwohl Liège keine Beziehungen zu Israel pflegt. Wie in fast allen größeren Universitäten gab es auch an der Universität Liège in Folge des 7. Oktobers eine Besetzung von Studierenden mit dem Ziel die Zusammenarbeit mit Unis ins Israel zu beenden. Nach 40 Tagen wurde die Besetzung beendet, aber erst nachdem die Rektorin versprochen hatte, keine bilateralen Partnerschaften mit israelischen Einrichtungen einzugehen. Verviers, eine ca. 50.000 Einwohner*innen zählende Stadt 20 Minuten von Liège entfernt, wurde 2015 kurz international beachtet, da bei einer Razzia gegen eine islamistische Terrorzelle zwei Islamisten von der Polizei erschossen wurden. Die Männer hatten während einer Razzia das Feuer auf die Beamten eröffnet, bei ihnen wurde neben den Waffen auch Sprengstoff und Uniformen der belgischen Polizei gefunden. Dies geschah knapp eine Wochen nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo in Paris. Doch Verviers hat eine längere Geschichte mit Islamismus. Der Al-Aqsa Verein aus Aachen, der 2002 wegen Unterstützung der Hamas verboten wurde, hatte auch im Ausland Ableger, einer davon wurde in Verviers für den belgischen Ableger (The Al-Aqsa Foundation / Akshaum) gegründet. Der Verein arbeitet eng mit der Muslimbruderschaft zusammen und ist mittlerweile nach Brüssel umgezogen.
Belgien hat ein Islamismusproblem und das nicht erst seit gestern. Darüber hinaus hat es, aber da ist es weltweit nun leider nicht allein, ein Problem mit Antisemitismus und Antizionismus. Die Anschläge gegen das jüdische Museum in Brüssel 2014 oder die Anschläge auf das Bataclan in Paris im November 2015 wurden durch islamistische Terrorzellen begangen, die Verbindungen nach Belgien aufweisen. Die Täter der Anschläge in den 2010ern waren zumeist junge Muslime die in der zweiten oder dritten in den Ankunftsländern lebten, oft über eine kleinkriminelle Vergangenheit verfügten und sich innerhalb von wenigen Monaten zum Attentäter entwickelten. Wenige Monate vor der Tat waren sie oft noch wenig bis kaum als Religiös wahrgenommen worden und in vielen Fällen im Knast indoktriniert worden. Der IS wie der Iran finden ein Milieu in Europa vor, dass sich für extreme Gewalttaten rekrutieren lässt. Nach dem 07. Oktober und dem darauf folgenden Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen durch die Israelische Armee wurde die Stimmung noch angespannter und die antisemitische/antizionistische Indoktrination auch auf weitere gesellschaftliche Gruppen ausgeweitet. Vor allem innerhalb der Linken, von der linksliberalen Identitätstheoretikerin bis zum maoistischen Volkskrieg Anhänger, wird sich über das Ticket „Palästinasolidarität“ die Zugehörigkeit zur Bewegung gezogen. Der Ton wird extremer und gewalttätiger, Antisemitismus und Antizionismus werden über alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg immer anschlussfähiger. Mit Blick auf dieses gesellschaftliche Klima erschreckt man über diese Woche der Gewalt, aber überrascht sollte man nicht sein. Wir schreiben oft über linken Antisemitismus, da er uns nochmal besonders beschäftigt und das nicht nur Intellektuell. Daher macht es uns noch wütender, wenn bei der Studie über Antisemitismus in Belgien heraus kommt, dass nicht mal jeder zweite Unterstützer der PTB es für antisemitisch hält, wenn eine jüdische Stätte wegen des Krieges in Israel beschmiert wird.
Daher brauchen wir eine lauter werdende antisemitismuskritische Linke, die sich klar positioniert und den Einfluss dieser mörderischen Welterklärung, den Antisemitismus und Antizionismus, konsequent bekämpft.

Solidarität mit den jüdischen Gemeinden
Nieder mit der antisemitischen Gewalt

Schreibe einen Kommentar