Sorgenfreies zu Hause: Zum Verhältnis von Care und Kapitalismus

Wir laden euch herzlich zu unserer Schwarz-Roten Kneipe im Februar ein. Thematisch findet ein Vortrag zum Thema Care und Kapitalismus statt:

Arbeit wird nach wie vor mit Lohnarbeit verknüpft. Dabei fällt ein großer Teil der täglich von Frauen geleisteten Sorgearbeit hinten über und wird gesellschaftlich nicht wahrgenommen, da diese nicht entlohnt wird. Es findet eine Trennung zwischen Lohnarbeit und Reproduktionsarbeit statt. Lohnarbeit wird in der Öffentlichkeit verrichtet und männlich konnotiert. Wohingegen Carearbeit, welche meist von Frauen erledigt wird, ins private verdrängt wird. In einer Gesellschaft, die den Wert von Arbeit über Lohn bemisst, wirkt unentlohnte Arbeit zunächst wertlos und wird abgewertet und mit ihr die Frauen, die sie verrichten. Continue reading

Siemens und der Traum vom grünen Kapitalismus

„Früher war es selbstverständlich, dass nicht alle alles haben und konsumieren können; der Mangel machte uns kreativ. Flüge, die 35 Euro kosten, zeigen doch, dass wir uns verrannt – äh – verflogen haben. Wirkliches Reisen sowie auch Kaviar und Kokain gab es nur für eine ehemalige High Society, für die anderen eben nicht.“ (Wolfgang Joop 2019) Verzicht ist in aller Munde, wir müssen auf dies und das in ‚unserem‘ Alltag Rücksicht nehmen, diese Diskussion, hier von Joop vorzüglich zusammengefasst hat ein Geschmäckle. Joop zeigt auf, dass der Konsum in seiner klimaschädlichen Art und Weise von immer mehr Bevölkerungsgruppen praktiziert wird. War ein kosmopolitischer Lifestyle früher einer kleinen Elite vorbehalten, (ist der Billigflieger einmal im Jahr nach Mallorca für die meisten Erschwinglich geworden) kann heute der letzte Proll nach Malle. An dieser Entwicklung setzt die ‚Kritik‘ vieler liberaler Bewegungen wie Fridays for Future an, in dem sie in Folge dessen auf den Verzicht des Individuums auf Flugreisen oder SUVs pochen. Der Zustand der Welt ist dann nur noch auf das unmoralische Verhalten ihrer Bewohner*innen zurückzuführen. Gesellschaftliche Machtverhältnisse und Dynamiken, welche sich aus der Konkurrenz am Markt ergeben, fallen hinter die ‚Allmacht‘ der Entscheidung des Einzelnen zurück.

Im aktuellen Diskurs lässt sich dies insbesondere an den Protesten gegen Siemens und deren Beteiligung am Bau einer gigantischen Kohlemine in Australien aufzeigen, wo noch immer Millionen Hektar Land den Flammen zum Opfer fallen. Der Kohleindustrie wird berechtigter Weise eine Mitschuld an den dortigen Bränden und dem Klimawandel generell zugeschrieben. Dennoch wird das Projekt durch den indischen Kohlekonzern Adani vorangetrieben. Mit der Kohle aus diesem Megaprojekt soll Strom für den Süd-Ost-Asiatischen Raum hergestellt werden, darunter vor allem auch Indien. Dort leben zur Zeit etwa 350 Mio. Menschen ohne Strom, was in etwa ein Viertel von Indiens Bevölkerung ausmacht. Nun könnte man natürlich wie Joop argumentieren und sagen, Strom ist nicht für jede*n zu haben.  Was unter den jetzigen Bedingungen zu einer Zuspitzung des Klimawandels führen würde. Derartiger Sozialchauvinismus kann jedoch nicht Ausgangspunkt eines emanzipatorischen Anspruchs sein. Continue reading

If I can’t dance, it’s not my revolution!

DISKURSIV AACHEN PRESENTS: IF I CAN’T DANCE, IT’S NOT MY REVOLUTION!

Diskursiv Aachen lädt auch im Februar wieder zum Tanz im Autonomen Zentrum. Diesmal werden elektronische Klänge im AZ erklingen. Wer also gute elektronische Musik, nette Menschen und günstige Drinks und zu dem unsere politische Arbeit unterstützen mag, ist bei uns genau richtig.
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Schwarz-Rote Kneipe: Islamismus als Leerstelle des Antirassismus

Islamismus als Leerstelle des Antirassismus
Den gängigen liberalen Antirassismus stellt der Islamismus vor inhaltliche Herausforderungen, was dazu führt, dass er entweder ganz aus der Analyse herausfällt oder herunter gespielt wird. Der Vortrag möchte sich dem Komplex Islamismus von verschiedenen Seiten nähern, um dann anhand ausgewählter Antirassismustheorien zeigen, warum diese blinden Flecken im Bezug auf das Thema entstehen und welche weitreichende Konsequenzen diese in der politischen Praxis linker und liberaler AntiRa-Gruppen haben können.

Neben vielen Informationen und einer hoffentlich spannenden Diskussion, wird es außerdem leckeres veganes Essen gegen Spende, Kaltgetränke für günstiges, sowie Kicker für lau geben.

Am Mittwoch, den 15.1.2020 um 18:30 im AZ Aachen, Hackländerstraße 5.

Schwarz-Rote Kneipe

Hallo ihr Lieben,

Da wir unsere Kapazitäten bei unserem Jahresabschlussabend, letzten Samstag gebraucht haben, haben wir diesmal keinen Vortrag in Petto.

Ab 18.30 wird das Autonomes Zentrum Aachen wie gewohnt offen sein!

Um trotzdem einen guten Vortrag zu hören, laden wir euch ein um 17 Uhr zur KatHo (Robert-Schuman-Straße 25) zu kommen, zum Vortrag:
„(Aachener) Aspekte des neuen Rechtsextremismus“ von Richard Gebhardt.

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Sommer, Sonne, Antifa! – Festival Vorverkaufsstart 2020

Ab sofort ist der Vorverkauf für die Tickets zum Sommer, Sonne, Antifa! 2020 eröffnet!

Hier findet ihr die Möglichkeit, direkt online Tickets zu bestellen. Wenn ihr Ticket persönlich bekommen wollt, kommt zur Schwarz-roten Kneipe (jeden 3ten Mittwoch im Monat im AZ Aachen).

Zudem könnt ihr euch nur diesen Monat limitierte X-Mas-Tickets als Geschenkgutscheine sichern, um all den lieben Menschen eine Freude zu machen, die unser nächstes Kultur- & Politik-Festival nicht verpassen dürfen!

Die antisemitische Feindbildung: Zur Sozialpsychologie eines kollektiven Wahns

Ein Vortrag mit Prof. Dr. Rolf Pohl

Der Antisemitismus wird gesellschaftlich und politisch erzeugt und immer wieder erneuert. Seine Massenwirksamkeit aber erhält er erst durch seinen irrationalen Charakter in Form eines kollektiven Wahns, dessen Attraktivität vor allem in den Mechanismen seiner Feindbildung liegt. Das begünstigt die entgegenkommende Bereitschaft und damit die Anfälligkeit der Einzelnen. Die psychischen Wurzeln des Antisemitismus liegen dabei in unbewussten, mit starken Affekten gepaarten Wahrnehmungsmustern und die Hauptantriebskraft antisemitischer Einstellungen und Gewalttaten ist eine subjektiv und kulturell tiefsitzende, bis zum Hass steigerbare Feindseligkeit. Vor diesem Hintergrund weist die verschwörungstheoretische Konstruktion des „Juden“ als „absoluten Feind“ trotz historisch wechselnder Erscheinungsformen des Antisemitismus Übereinstimmungen auf, die eine Kontinuität immer wiederkehrender Motive erkennen lässt. Dies soll in dem Vortrag vor allem aus einer wahrnehmungspsychologischen Perspektive untersucht werden. Continue reading

Vortrag: Kapitalismus und Klimakrise

Ersatztermin für den ausgefallenden Vortrag vom 30.10.

Im Jahre 2019 scheint der Klimawandel endlich die politische Priorität bekommen zu haben, die seine Folgenschwere einfordert. Auf die Notwendigkeit von Maßnahmen zu seiner Aufhaltung kann sich der Großteil des politischen Spektrums einschwören und einzig KlimawandelleugnerInnen am rechten Rand versuchen weiterhin, das Problem zu ignorieren.
Doch darüber, was angemessene Maßnahmen sind und wie einschneidend die Veränderungen unserer Gesellschaft und Wirtschaft sein müssen, gibt es längst keine Einigkeit. Einmal von denen abgesehen, die weiterhin hauptsächlich von individuellen Konsumentscheidungen reden, wird etwa darüber gestritten, ob die möglichst unternehmensverträglichen beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung weit genug gehen; gleichzeitig schlagen Diem25 nach Vorbild des linken Flügels der US-DemokratInnen mit dem „Green New Deal“ ein Programm vor, dass ebenso einen wirtschaftlichen Aufschwung bewirken soll. Andere wiederum halten die Überwindung des Kapitalismus für eine notwendige Bedingung der Aufhaltung der Klimakatastrophe.

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