
// 10.04.2026 ab 18:30 im Volin in der Oligsbendengasse 10 //
Stereotype über Sinti:ze und Rom:nja sind uns allen seltsam vertraut. Anders als andere Formen des Rassismus werden sie noch immer kaum als das benannt und kritisiert, was sie sind: Ressentimentgeladene Zuschreibungen, die mit realen Personen nichts zu tun haben. Für Betroffene bedeuten sie oft Stigmatisierung und Ausgrenzung. Dass sich das antiziganistische Ressentiment so hartnäckig behauptet, liegt – unter anderem – an seiner engen Verbindung mit dem Arbeitsethos. Mit Entstehung der modernen Gesellschaft hatten die Menschen die Disziplin zur unermüdlichen Arbeit, die zuvor in hierarchischen Dienstverhältnissen durch Gewalt erzwungen worden war, zunehmend aus sich selbst heraus aufzubringen. Arbeit wurde als Pflicht gegenüber der Gemeinschaft moralisch aufgewertet, während Wünsche nach mühelosem Glück unterdrückt und hassen gelernt werden mussten. Gegen diese moralischen Normen zu verstoßen ist die Unterstellung, mit der der Antiziganismus soziale Minderheiten verfolgt. Im Vortrag wird beleuchtet, wie Antiziganismus und Arbeitsethos im 15. Jahrhundert entstehen, warum beide Ideologien so gut zusammenpassen, und wie gewaltsam sie sich über Jahrhunderte hinweg auf Sinti:ze, Rom:nja und andere betroffene Gruppen ausgewirkt haben. Mit Hilfe der Kritischen Theorie schauen wir uns an, wie der unterdrückte Selbsthass bürgerlicher Subjekte sich in die Chimäre von einem essenziell kriminellen, arbeitsscheuen und vorzivilisierten Sozialcharakter übersetzt.
Neben dem Vortrag wird es wie immer ein veganes Abendessen und leckere Getränke geben. Wir freuen uns auf euch!
Der Vortrag wird finanziell vom AstA der katholischen Hochschule Aachen und vom Arbeitskreis Politik der katho gefördert. Wir bedanken uns herzlich.