
Der Begriff Genozid hat seinen Ursprung im internationalen Recht und ist mit dessen Etablierung eng verbunden. Namibia, die Shoa, Ruanda – das 20. Jahrhundert gilt als Jahrhundert der Genozide. Doch mit dem letzten Jahrhundert endete nicht, was als Genozid bezeichnet wird. Ebenso hat sich die Begriffsverwendung über die Jahrzehnten geändert und wirkt mitunter weit über den juristischen Bereich hinaus. Begleitet ist die Verwendung von heftigen politischen Debatten und Auseinandersetzungen, in denen nicht selten ebenjene Identitäten eine Rolle spielen, die dem Genozidbegriff als Voraussetzung dienen. Doch was genau bezeichnet der Begriff Genozid eigentlich? In ihrer Verwendung werden gesellschaftstheoretische und juristische Begriffen immer wieder unpräzise genutzt oder vertauscht. Dahinter steht nicht selten das Ziel, Diskurse zu verschieben und gesellschaftstheoretische, sowie historische Zusammenhänge umzudeuten. Der Vortrag zeichnet die Geschichte des Genozidbegriffes nach und problematisiert seine Verwendung als politischer Kampfbegriff.
Larissa Schober ist Publizistin und schreibt unter anderem für die taz und das nd über Rechtsextremismus, Erinnerungskultur und den westlichen Balkan. Als Politikwissenschaftlerin forscht sie aktuell zur Erinnerung an Genozide.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Arbeitskreis Politik der katho Aachen und dem AStA/StuPa des katho Aachen statt.
02.07.2026 // 18:30h // Volin Aachen (Oligsbendengasse 10)