Dieser Text dokumentiert unseren Redebeitrag auf der Demonstration am 25. November 2024 in Aachen, dem Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Diese Demonstration wurde von unseren Genossinnen vom Bündnis für ein Ende der Gewalt organisiert.
Antifeminismus der Neuen Rechten
Was wir derzeit erleben, ist ein antifeministischer Rollback in nahezu allen westlichen Demokratien und darüber hinaus. Dies hängt unmittelbar mit dem Erfolg der Neuen Rechten zusammen, deren Antifeminismus zentraler ideologischer Bestandteil und trotz aller sonstigen Differenzen länderübergreifend feststellbar ist.
Der Kampf gegen Gewalt an Frauen wird immer mehr ein politischer Abwehrkampf gegen die Gefahr von Rechts. Und angesichts der erneuten Wahl eines Vergewaltigers und Rassisten zum US-amerikanischen Präsidenten erscheinen solche Kämpfe gleichzeitig notwendiger wie auch hoffnungsloser.
Ein Blick nach Russland zeigt eine neue Stufe dystopischer Entwicklungen im antifeministischen Kampf der Rechten. Dass Frauen selbstbewusst für ein Leben ohne eigene Kinder einstehen wollen, soll neuerdings aus der russischen Öffentlichkeit getilgt werden, notfalls mittels horrender Geldstrafen. In keinem Film und keiner Serie sollen mehr Lebensmodelle dargestellt werden dürfen, die nicht einem heteronormativen Bild von Mann, Frau und möglichst vielen Kindern entspricht. Kinder gebären gilt nun als patriotische Pflicht und offenbart einen weiteren völkischen Turn im faschistischen Regime Russlands. Weiterlesen
Ein Abend gegen die Instrumentelle Vernunft!
Tickets könnt ihr unter tickets@grenzlandtheater.de bestellen oder bar an der Abendkasse kaufen. Eine Karte kostet 7€ und vergünstigt 5€. Wir freuen uns darauf mit euch einen Abend im Grenzlandtheater zu verbringen. Bei Fragen schreibt uns gerne eine Mail.
Spätestens seit der Silvesternacht 2015 in Köln sorgen sich konservative bis extrem rechte Akteur*innen um die Sicherheit von Frauen und Mädchen. Dabei geht es ihnen aber immer nur um das Wohlergehen bestimmter Frauen. Ähnlich verhält es sich mit weiblicher Selbstbestimmung, wie Debatten rund um Schwangerschaftsabbrüche zeigen. Frauen dürfen nur dann selbstbestimmt agieren, solange es dem Standort Deutschland oder eben dem Deutschen Volkskörper dient. Hinter diesen Debatten verbirgt sich jedoch mitnichten ein verquerer Feminismus, sondern viel mehr ein handfester Antifeminismus, der durchaus anschlussfähig zu sein scheint. 

Es war ein politisches Erdbeben, als der Oberste Gerichtshof der USA am 24. Juni 2022 Roe vs. Wade aufhob. Das Grundsatzurteil garantierte bis dato das Recht auf Abtreibung. Die Entscheidung war jedoch nur der vorläufige Höhepunkt einer langen Entwicklung und kam nicht überraschend. Genauso wenig ist es Zufall, dass die autoritären Bewegungen, die weltweit auf dem Vormarsch sind, als erstes die Rechte von Frauen und Queers attackieren. Es geht dabei nicht um religiöse Gefühle oder Identitätspolitik, sondern um den Beginn eines autoritären Umbaus der Gesellschaft – denn Geschlechterverhältnisse und autoritärer Charakter sind eng verknüpft. Der Vortrag gibt einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen sowohl in den USA als auch in Deutschland und zeigt auf, was Patriarchat und Autoritarismus miteinander zu tun haben.
In aktuellen Debatten wird heftig darüber gestritten, ob Prostitution eine Arbeit, wie jede andere sie oder eben nicht. Doch es wird in diesem Zusammenhang selten gefragt, was Arbeit im Spätkapitalismus überhaupt kennzeichnet und wie sich die Formen der spätkapitalistischen Arbeit auf das bürgerliche Subjekt auswirkt. Walter Benjamin schrieb: „Je mehr sich die Arbeit der Prostitution nähert, desto einladender ist es, die Prostitution – wie das seit langem im Argot der Huren geschieht – als Arbeit zu bezeichnen.“ Der Vortrag versucht Antworten auf die Fragen zu finden, was wird in der Prostitution verkauft und wie wird in ihr gearbeitet? 
