#EVACUATENOW

via Seebrücke Aachen

Kundgebung  | #EVACUATENOW | 9.9. | 19 Uhr | Elisenbrunnen

Seit letzter Nacht brennt das Lager Moria! Dreizehntausend Menschen leben auf Lesbos gerade auf der Straße, weil das Camp fast vollständig zerstört ist. Die Lage in den Camps auf den griechischen Inseln ist seit Jahren katastrophal – jetzt kommt es zu einer extremen Notsituation für alle Menschen, nachdem letzte Woche bereits die ersten Corona Fälle bestätigt wurden.
Der Brand in Moria zeigt das Versagen der europäischen und deutschen Politik. Über 170 Städte und Kommunen sind aufnahmebereit!

Evakuiert die Lager, denn Wir haben Platz!

Quelle: Foto: dpa/Panagiotis Balaskas

Redebeitrag 19.08.2020:  Rechter Terror in der BRD & die Unfähigkeit von Polizei und Justiz

An dieser Stelle dokumentieren wir unseren Redebeitrag anlässlich der Gedenkkundgebung am 19.08.2020 für die Opfer des rechten Terrors in Hanau.

Rechter Terror in der BRD & die Unfähigkeit von Polizei und Justiz

Hallo wir sind Diskursiv Aachen, danke dass ihr so zahlreich erschienen seid.

Vor sechs Monaten waren wir in Hanau auf der bundesweiten Demonstration im Anschluss an den rassistischen Terroranschlag des 19.2. Auf der Abschlusskundgebung wurde mehrfach betont, dass dieser Anschlag keineswegs aus dem Nichts kam. Dass der Rassismus schon immer Teil des Lebens migrantischer Menschen in Deutschland war und dass auch rechter Terror längst kein neues Phänomen in diesem Land darstellt. Dementsprechend kamen auch jene zu Wort, die ebendies bereits erlebt haben. So beschrieb eine Angehörige des durch den NSU in Kassel ermordeten Halit Yozgat, wie sie seit Jahren vergeblich auf die Aufklärung der terroristischen Morde durch den NSU wartet und das Gegenteil davon erfahren muss. Continue reading

Redebeitrag 19.08.2020: Erinnerung – Gerechtigkeit – Aufklärung – Konsequenzen

An dieser Stelle dokumentieren wir unseren Redebeitrag anlässlich der Gedenkkundgebung am 19.08.2020 für die Opfer des rechten Terrors in Hanau.

Erinnerung – Gerechtigkeit – Aufklärung – Konsequenzen

Heute vor sechs Monaten, am 19. Februar 2020 wurden zehn Menschen Opfer von rechtem Terror. Wir gedenken Ferhat Ünvar, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Said Nesar Hashemi. Sie alle wurden in einem rassistischen, rechtsterroristischen Anschlag auf eine Shisha-Bar und einen Kiosk in Hanau ermordet. Sie alle hinterlassen trauernde Freund*innen und Angehörige, deren Leben nie mehr so sein wird, wie vor dem Anschlag. Auch die Mutter des Täters, Gabriele R., wurde an diesem Tag ermordet. Continue reading

Sechs Monate Hanau: Gedenken der Opfer des rassistischen Terrors

Am 19. Februar 2020 wurden in Hanau neun Menschen auf Grund von rassistischem, rechtem Terror erschossen. Vor fast sechs Monaten wurden Ferhat Unvar, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun, Said Nesar Hashemi, Fatih Saraçoğlu ermordet. Sie alle hinterließen Familie, Kinder und Freund*innen. Der Täter verfasste eine Schrift, in der er seine Tat erklärte. In dieser wird deutlich, dass seine Motive Rassismus, der sich insbesondere bei ihm im Hass gegen Muslim*innen äußerte, Antisemitismus und Verschwörungsideologien waren. Diese Ideen sind Eckpfeiler einer extrem rechten Ideologie. Der Täter von Hanau wird versucht von Polizei und Justiz als eine Art verwirrter Einzeltäter dargestellt zu werden.
Jedoch ist es notwendig diese Tat gesellschaftlich einzubetten und den Rassismus der Mehrheitsgesellschaft zu benennen. Denn besonders durch das Erstarken der AfD und ihre Teilnahme am Bundestag ist die Normalisierung extrem rechten Gedankenguts sichtbar. Darum ist es umso wichtiger rechten Terror als das zu benennen, was er ist. Dieser lässt konkrete Menschengruppen in Angst leben und kostet ihnen sogar das Leben. Dieser Fakt wird gesellschaftlich kaum wahrgenommen und findet höchstens nach einer Tat wie in Hanau einen medialen Aufschrei, der jedoch schnell verebbt. Dann heißt es Business as usual. Es ist nur Initiativen wie der „19. Februar“ zu verdanken, dass die Erinnerung an diese Tat noch besteht.

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Schwarz-Rote Kneipe: Islamismus als Leerstelle des Antirassismus

Islamismus als Leerstelle des Antirassismus
Den gängigen liberalen Antirassismus stellt der Islamismus vor inhaltliche Herausforderungen, was dazu führt, dass er entweder ganz aus der Analyse herausfällt oder herunter gespielt wird. Der Vortrag möchte sich dem Komplex Islamismus von verschiedenen Seiten nähern, um dann anhand ausgewählter Antirassismustheorien zeigen, warum diese blinden Flecken im Bezug auf das Thema entstehen und welche weitreichende Konsequenzen diese in der politischen Praxis linker und liberaler AntiRa-Gruppen haben können.

Neben vielen Informationen und einer hoffentlich spannenden Diskussion, wird es außerdem leckeres veganes Essen gegen Spende, Kaltgetränke für günstiges, sowie Kicker für lau geben.

Am Mittwoch, den 15.1.2020 um 18:30 im AZ Aachen, Hackländerstraße 5.

19.10.2019, Köln, Demonstration „Gegen den Angriffskrieg der Türkei in Nordsyrien – Solidarität mit Rojava“

Auch wir rufen dazu auf am Samstag (19.10.) zur bundesweiten Demonstration unter dem Motto „Gegen den Angriffskrieg der Türkei in Nordsyrien – Solidarität mit Rojava“ nach Köln zu fahren.
Wenn ihr euch uns anschließen wollt, kommt am Samstag um 10:15 Uhr vor das AZ Aachen, wir werden um 10:35 mit dem Schienenersatzverkehr gemeinsam nach Köln fahren!

Seebrücke: Redebeitrag auf der Demonstration für Seenotrettung in Aachen am 28.07.2018

Anfang der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts stand die Bevölkerung in Deutschland vor einer Wahl.
Sie konnten wählen zwischen der nationalsozialistischen Ideologie der NSDAP oder sich schützend vor die jüdische Bevölkerung zu stellen.
Sie haben sich für Ersteres entschieden. Durch das Mitmachen oder Wegschauen haben sie den Startschuss für die industrielle Vernichtung von 6 Millionen Juden und Jüdinnen gegeben.
Hätte an dieser Stelle die schweigende Mehrheit sich für den Humanismus und gegen die Barbarei entschieden, hätten die Gräueltaten des NS wahrscheinlich verhindert werden können. Continue reading

23.1. in Aachen – Oecher Jeisterzoch für Menschlichkeit und Humor in jeder Lebenslage

Am 23. Januar findet die alljährliche Verleihung des Ordens „Wider den Tierischen Ernst“ durch den Aachener Karnevalsverein (AKV) statt. Dieses Jahr soll CSU-Politiker Markus Söder zum Ordensträger ernannt werden. Durch die Verleihung sollen ihm „Menschlichkeit und Humor im Amt“ attestiert werden.

Das klingt in unseren Ohren aber wie ein schlechter Karnevalswitz. Söder präsentiert sich immer wieder als politischer Scharfmacher, der zusehends darauf bedacht zu sein scheint, die Rechte von Geflüchteten zu untergraben. Im Sommer forderte er die Abschaffung des Taschengelds für Flüchtlinge, um Anreize für eine Flucht zu mindern. Da Menschen aber nicht für ein Taschengeld, sondern vor Krieg, Verfolgung, Umweltkatastrophen und bitterster Armut fliehen, sehen wir in dieser populistischen Forderung eine Verharmlosung von Fluchtursachen. Nach den Attentaten von Paris im November drängte Söder darauf die Grenzen zu schließen und das Grundrecht auf Asyl abzuschaffen, da er die Anschläge als Konsequenz von illegaler, unkontrollierter Einwanderung einordnete. Damit stellt er nicht nur das in der Verfassung verankerte Grundrecht auf Asyl infrage, er zeigt auch offen, dass er für eine menschenverachtende Politik eintritt. Continue reading

Preisverleihung an Markus Söder: Offener Brief an den AKV

Hier dokumentieren wir den Brief der Antirassistischen Offensive an den AKV zur Preisverleihung an Markus Söder:

Liebe Karnevalist_innen des AKV,

am 23. Januar findet die alljährliche Verleihung Ihres Preises „Wider den Tierischen Ernst“ statt. Sie wollen diesen Markus Söder verleihen. Dadurch attestieren Sie ihm Menschlichkeit und Humor im Amt. Dies sehen wir nicht so!
Vielmehr nehmen wir Herrn Söder als einen politischen Scharfmacher wahr, welcher in der Diskussion im Bezug auf Geflüchtete und ihre Rechte sich alles andere als menschlich positioniert. So forderte er im Sommer die Abschaffung des sowieso schon sehr geringen Taschengelds, welches 140 Euro beträgt. Er wollte damit den Anreiz für eine Flucht mindern. Wir werten das als eine Verharmlosung von Fluchtursachen. Menschen fliehen auf Grund von Krieg, Verfolgung, Umweltkatastrophen und bitterster Armut. Doch dies erkennt Herr Söder nicht an. Vielmehr verurteilte er die Paris Attentate als Folge illegaler und unkontrollierter Zuwanderung. Unmittelbar nach diesen Terrorattentaten forderte Herr Söder im November letzten Jahres die Schließung der Grenzen und das Abschaffen des Grundrechts auf Asyl. Diese Forderung ist nicht nur verfassungswidrig sondern auch menschenverachtend.
Durch solche Äußerungen werden rassistische Ressentiments geschürt und eine rassistische Grundstimmung innerhalb Deutschlands befeuert.
Uns stellt sich nun die Frage, wie solche Äußerungen, die nur so von Menschenverachtung triefen, mit Ihrem Preis, der seit Generationen für Menschlichkeit und Humor im Amt verliehen wird, vereinbar ist.
Dies sehen nicht nur wir so, sondern auch zahlreiche andere prominente Persönlichkeiten wie Cem Özdimir, Sahra Wagenknecht, Daniela Jansen und die 4 Amigos, die im Vorfeld der Preisverleihung abgesagt haben.
Aus unserer Sicht ist durch die von Ihnen vorgenommene Nominierung von Markus Söder ein klarer Widerspruch zu Ihren erklärten Grundsätzen des Ordens „Wider den Tiereschen Ernst“ entstanden. Dieser kann unserer Meinung nach nur durch ein Zurückziehen der Nominierung aufgehoben werden. Worum wir Sie nun offiziell bitten wollen. Wenn Sie unserer Forderung nicht nachkommen wollen, wird es zu weiteren Protesten unsererseits kommen.

Erwartungsvoll Ihre

Antirassistische Offensive